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Strelitz | Wo die grünen Wiesen leuchten

Über das Weiße Kreuz verlässt man Rostock auf der 103, um in Lage auf die 108 zu wechseln und dann bis Waren an der Müritz zu fahren. Hier hält man sich links und schlägt sich durch die Felder, bis man bei Penzlin auf die 193 trifft und dann steil nach Süden abbiegt. Auf der 96 verlässt man Strelitz wieder in Richtung Fürstenberg/ Havel und folgt ihr bis Berlin …

Lage, Teterow, Waren, Neustrelitz, Fürstenberg/ Havel, Gransee, Löwenberg, Oranienburg, Berlin. Das hieß große Ferien. Das hieß Großeltern besuchen. Mecklenburg-Strelitz war nur das Land zwischen Schule und Kindheit, welches endlos vor dem Autofenster an mir vorbeizog. Vielleicht hielten wir mal in Neustrelitz an, um Mittag zu essen. Oder auch nicht.

Bis zu meinem Abitur blieb dieser Landstrich nur eine verschwommene Erinnerung an endlose Sommerferien, endlose Freiheit, endlose Sorglosigkeit. Dann fuhren wir zelten an die Feldberger Seen. Wir umwanderten in schweißtreibenden Gewaltmärschen die Seen, ruderten durch zugewachsene Kanäle, tranken abends am Lagerfeuer den Apfelwein, den unsere Biologielehrerin bei der Mosterei neben ihrem Grundstück abgezweigt hatte, bis einer die Gitarre auspackte und wir wie die Großen Studentenlieder sangen. Dona Nobis Pacem … Das war 1989. Ein Jahr später lebten wir alle bereits in einer anderen Welt.

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