Spaziergang durch den Park Schloss Charlottenburg

Spätsommertag in Berlin

Nach einigen regnerischen Tagen ist die Sonne noch einmal nach Berlin zurückgekehrt. Was also tun mit diesem freien Tag? Wie wäre es mit einem Spaziergang durch den Park Schloss Charlottenburg? Also die Fotoausrüstung eingepackt und los. Mit der U7 und M45 bin ich in dreißig Minuten am Spandauer Damm.

Die preußische Königin Sophie Charlotte errichtete sich das Schloss einst als Sommerresidenz. Damals noch weit vor den Toren der Residenzstadt Berlin gelegen ist das Schloss heute die bedeutendste Hohenzollernresidenz in Berlin selbst. Hinter der prachtvollen Schlossanlage liegt der erste deutsche Barockgarten, der in einen Landschaftspark mündet.

Die Besichtigung des Schlosses, des Schinkel-Pavillions, des Teehäuschens Belvedere und des Mausoleums kostet 15 Euro Eintritt. Wer in den Räumen fotografieren möchte, legt noch 3 Euro drauf. Der Besuch des Parks ist kostenlos.

Ich starte meinen Besuch im Alten Schloss mit den kostenlosen Audio-Guide. Schlendere von Raum zu Raum und bewundere prächtige Tapeten, barockes Mobiliar und teures Tafelsilber. Den alten Preußen ging es nicht schlecht. Hin und wieder werfe ich dabei einen Blick in den Garten und freue mich schon auf meinen Spaziergang durch den Park Schloss Charlottenburg.

[a:309436] Nering-/Eosanderbau

Nach meinem Rundgang durch das Alte Schloss schaue ich Im Museums-Shop vorbei und eile hinüber zum Schinkel-Pavillion. Leider ist das Schloss mit seinem Park während der Berliner Bombennächte stark zerstört worden, sodass der Pavillion nach dem Krieg nicht in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut wurde. Er präsentiert vor allem das Werk Schinkels und Gemälde romantischer Maler, u.a. von Caspar David Friedrich. Hier kaufe ich auch für 1,50 Euro einen Gartenplan, um mich bei meinem Spaziergang besser orientieren zu können.

Vom Pavillion laufe ich hinunter zur Spree und winke Touristen auf den Ausflugsschiffen zu. Eine Pflicht, die wir Berliner gerne und geduldig erfüllen. Pflicht? Na klar, wir sind im preußischen Kernland. Hier ist alles irgendwie Pflicht. Kür, das ist Sachsen. Aber das ist ein anderes Thema. Schüler einer nahegelegenen Schule erfüllen auch ihre Pflicht. Im Laufschritt. Wenn nicht gerade eine Hecke Schutz bietet. Und da höre ich auch schon die Stimme des Sportlehrers: „Hopp! Hopp! Hopp! Aber dalli!“ Fast wäre auch ich in den Laufschritt gefallen, habe mich aber noch rechtzeitig erinnert, dass meine Schulzeit schon über zwanzig Jahre zurückliegt und mir damit meine nächste Sportnote egal sein kann.

Im Teehäuschen Belvedere bestaune ich das Geschirr aus der Königlichen Preußischen Porzellan-Manufaktur Berlin und erinnere mich an all die Sammeltassen, die ich meiner Mutter zu Weihnachten, zum Geburtstag und sonstigen Anlässen geschenkt habe. Und die heute ihre Vitrine im Wohnzimmer schmücken. Irgendwann bekomme ich die alle mal zurück. Ob die mir dann auch ein Museum abnimmt?

[a:309436] Spaziergang durch den Schlosspark Charlottenburg

Jetzt aber geht es in den Park. An einem Brückengeländer haben sich Liebende wie in Paris gefühlt und Schlösser als ewiges Zeichen ihrer Liebe hinterlassen. Im Gras liegen Sonnenhungrige und genießen den Spätsommertag in Berlin. Doch ich folge den Wegweisern an der Luiseninsel vorbei zum Mausoleum.

[a:309436] Mausoleum

Und dann ist auch gut. Ich kehre in das Café in der Kleinen Orangerie ein und stärke mich nach meinem Spaziergang durch den Park Schloss Charlottenburg mit einer deftigen Linsensuppe und einem Radler …

Schloss Charlottenburg – Altes Schloss
Spandauer Damm 10-22
14059 Berlin

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