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Besuch in der Schweizer Hauptstadt

Endlich nicht nur nach Bern gefahren, sondern die Schweizer Hauptstadt auch gesehen

Eigentlich hat die Schweiz keine Hauptstadt. Schnell habe ich gelernt, dass Bern nur de facto, aber nicht de jure die Schweizer Hauptstadt ist, sondern Bundesstadt genannt wird. 1848 wurde Bern vom National- und und Ständerat zum Bundessitz gewählt, aber auf Grund einer Kontroverse bei der Gründung des Bundesstaates nicht zur Schweizer Hauptstadt ernannt wurde.

In meinen ersten Wochen in der Schweiz bin ich häufig nach Bern gefahren, habe Bern aber nie gesehen. Meine Reise endete immer im Business Point der Schweizer Bahn im Berner Bahnhof. Doch Bern liegt auf dem Weg nach Lausanne und nach einem Wochenende am Genfer See parke ich mein Gepäck am Bahnhof, um endlich einmal die Stadt selbst zu sehen.

Mein Reisebegleiter rät mir die Ohren offen zu halten, denn in Bern spräche man Bärndütsch, einen der schönsten oder beliebtesten Schweizer Dialekte. Doch an diesem Sonntagnachmittag höre ich fast nur Italienisch. Dafür aber sehe ich das neue Bär’ngehege. Leider ohne Bär’n. Denen ist’s anscheinend zu kalt und zu feucht. Ich aber bin nordisch by nature und kenne kein schlechtes Wetter … jetzt müsste ich zur falschen Kleidung ausschweifen … und lasse mich die Aare entlang treiben, kraxle unendliche Treppen hinauf, um dann von Brücken hinunter zu schauen. Für Schweizer fängt vielleicht der wahrnehmbare Höhenunterschied erst bei über 2000 Metern an, aber für mich als Norddeutsche, die eine 120 Meter hohe Erhebung in der Nähe ihres Heimatortes Kösterbecker Berge nennt, ist das schon beeindruckend. Der nächste Ort zu den Kösterbecker Bergen heißt übrigens Dummersdorf. Naja, das kommentier ich jetzt mal nicht ….

Die Berner Altstadt selbst scheint gebaut zu sein für die Ewigkeit. Die Mauern der Häuser und Brücken sind, Achtung: Berliner Idiom, urscht dick. Obwohl hier keine steife Brise weht und das Gebiet auch nicht häufig von Erdbeben heimgesucht wird. Vielleicht aber ging es auch nur darum, mit der starken Strömung der Aare als natürlichem Schutz, den Kanonenkugeln und damit den Begehrlichkeiten äußerer Mächte zu widerstehen, ohne dass einem gleich die Decke auf den Kopf fiel?

Mit nur einer knappen Stunde Fahrzeit von Zürich ist die Schweizer Hauptstadt … pardon … die Schweizer Bundesstadt auf alle Fälle einen Tagesausflug wert. Und wenn das Wetter mitspielt, dann kann man als Nordlicht von hier aus auch echte Berge sehen.

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